Befähigt

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Befähigt zum Lieben

Römer 5,1-5

Wilhelm Faix - Anleitung zu einem Tag der Stille

1. Gottes Liebe zu uns Menschen

Wir wollen uns Zeit nehmen, um Gottes Liebe zu uns zu betrachten. Die Liebe Gottes zu uns Menschen wurde in der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem sichtbar und für uns Menschen konkret fassbar. In Jesus Christus ist uns die Liebe Gottes hautnahe gekommen. Das Kind in der Krippe und der Mann am Kreuz gehören darum zusammen; es ist dieselbe Liebe Gottes.

"Gottes Liebe zu uns hat sich darin gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn in die Weit sandte. Durch ihn wollte er uns das neue Leben schenken. Das Einzigartige an dieser Liebe ist: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns geliebt. Er hat seinen Sohn gesandt, damit er durch seinen Tod Sühne leiste für unsere Schuld." ( Joh 4,9/10)

"Daran haben wir erkannt, was Liebe ist: Christus hat sein Leben für uns eingesetzt." Joh. 3,16)

Gottes Liebe ist rettende, helfende, befreiende und schenkende Liebe.

Fragen zur Besinnung:

1. Kenne ich Gott, als den Gott der Liebe, der mein Leben durch Jesus Christus retten und mit seiner Gegenwart erfüllen will?
2. Wo habe ich Schwierigkeiten das Geschenk der Liebe Gottes anzunehmen und daraus meinen Dienst zu verrichten?
3. Lebe ich von der Liebe Gottes oder von meiner Leistung?
2. Die Gewissheit des Heils (V. l a) "Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt worden sind."

So gewiss, wie Jesus Christus im Stall zu Bethlehem geboren wurde und so gewiss, wie er am Kreuz gestorben und nach drei Tagen wieder auferstanden ist, so gewiss dürfen wir unserer Rettung sein.

Haben wir im Glauben das Geschenk der Liebe Gottes in Jesus Christus angenommen, dann sind wir "aus Glauben gerechtfertigt'' (Römer 3,28). Rechtfertigung aus Glauben bedeutet darum nichts anderes, als Gott in meinem Leben handeln zu lassen und vertrauen, dass sein Handeln mein Leben rettet und erneuert.

Fragen zur Besinnung:

1. Worauf gründet sich mein Glaube?
2. Habe ich die Gewissheit des Heils? Wenn nicht, woran liegt das?

Sind wir aus Glauben gerechtfertigt, dann haben wir Grund zu jubeln und Gott für seine Rettung zu danken.

"Seht: So groß ist die Liebe, die der Vater uns geschenkt hat, dass wir Gottes Kinder heißen und es auch sind ... Ihr Lieben, jetzt sind wir Gottes Kinder." ( Joh 3,1.28)

Aufgabe:

Nimm Dir Zeit, Gott für seine Rettung und die Gotteskindschaft zu danken.

3. Der Friede mit Gott (V. 2b)

"Wir haben Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus."

Die erste Folge der Rechtfertigung aus Glauben ist "Friede mit Gott". Den Frieden, den Gott uns gibt, ist spürbar und drückt sich in einem innerem Frieden des Herzens aus. Frieden mit Gott bedeutet:

Gott ist nicht mehr mein Feind. Mein Leben steht auch nicht mehr unter dem Zorn Gottes. Ich darf mit Gott persönlichen Umgang pflegen.

Gottes Geist hat in meinem Herzen Wohnung genommen und beschenkt mich mit himmlischen Gütern.

Ich darf im persönlichen Herzensfrieden leben: In Geborgenheit und Ruhe, in Harmonie und Zufriedenheit.

Fragen zur Besinnung:

1. Kenne ich solchen Herzensfrieden?
2. Wo lebe ich in Unfrieden und Unzufriedenheit, in Zerrissenheit und Angst?

"Wir rühmen uns in der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes''.

Mit der Einkehr Gottes in unser Leben, bekommt auch die Hoffnung neuen Auftrieb. Hoffnung, die über dieses Leben hinaus geht. Diese Hoffnung ist keine Vertröstung auf ein ungewisses Jenseits, sondern tragfähige Hoffnung, die sich im Alltag und in den Anfechtungen des Lebens bewährt. Eine Hoffnung, die froh stimmt, Mut macht und zum Lobpreis anregt, Im Lobpreis nehmen wir ein Stück vorweg, was uns die Hoffnung verheißt: Gottes neue Welt. "Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde" lesen wir in der Offenbarung des Johannes.

Fragen zur Besinnung:

1. Kenne ich diese Vorfreude auf die Ewigkeit?
2. Wie drückt sich bei mir die Hoffnung auf Gottes neue Welt aus?
3. Lies Offb 19,5-8 und nimm Dir Zeit eine eigene Lobpreiszeit Gott zu widmen.
4. Wachsen im Glauben (V. 3-5a)

Als Glaubende dürfen wir uns an den Gaben und Geschenken Gottes freuen und sie immer wieder neu in Anspruch nehmen. So lange wir aber auf dieser Welt leben, erleben wir selber oder begegnen uns Nöte, Anfechtungen, Schwierigkeiten, Enttäuschungen und Probleme. Diesen gilt es im Glauben stand zu halten und sie im Glauben zu überwinden.

Wachstum im Glauben geschieht durch Widerstände und Bedrängnisse hindurch. (Apg 14,22) Das vergessen wir all zu schnell. Darum kann Paulus für alle "Trübsale" danken und Gott rühmen (vgl. Apg 16, 22-26), weil er weiß, dass er dadurch im Glauben gefördert wird. Nur wenn wir die Nöte und Anfechtungen unseres Lebens als Glaubensherausforderung erkennen, durch die Gott uns reifen und wachsen lassen will, werden wir nicht in Enttäuschungen enden, sondern neue Hoffnung. schöpfen.

Fragen zur Besinnung:

1. Wie gehe ich mit Nöten, Anfechtungen und Problemen um?
2. Wo bin ich enttäuscht und resigniert? Was ist die Ursache?

Aufgabe:

Fertige eine Liste an und schreibe auf, für welche 'Trübsale" Du Gott in Deinem Leben danken willst.

5. Die ausgeschüttete Liebe (V. 5b)

"Die Liebe Gottes ist in unseren Herzen ausgegossen durch den Heiligen Geist."
Den Grund, warum wir als Glaubende so leben können, wie es in den Versen 1-5a geschildert wird, finden wir in der Liebe Gottes, die in unser Leben hineingegossen wurde.

Gott fordert von uns nichts, was er uns nicht zuvor gegeben hat, darum können wir auch alles leben was Gott Wort uns lehrt. Wir können lieben, weil Gottes Liebe in uns eine sprudelnde und überfließende Quelle ist. Diese Liebe Gottes will Motor und treibende Kraft in unserem Leben sein (2 Kor 5,14).

Wie überströmend diese Liebe ist, können wir an der Frau, die Jesus die Füße mit ihrem Haar trocknet, sehen (Luk 7,36-50).

Wie praktisch diese Liebe ist, können wir an der Fußwaschung erkennen (Joh 13,1-17).

Welche Auswirkungen diese Liebe im Alltag hat, schildert uns Paulus in Röm 12, 9-21.

Welche umwandelnde Kraft t die Liebe Gottes hat, können wir im Leben von vielen Christen, die vor uns lebten, anschauen, z. B. bei Franz von Assisi.

Er begegnete einem Aussätzigen. Im Anblick der eiternden Wunden erfasste ihn ein tiefer Abscheu und Ekel. Er gab seinem Pferd die Sporen und ritt eiligst davon. Aber dann wurde er von der Liebe Christi erfüllt, die zum Motor seines Handelns wurde. Er kehrte um, schloss den Aussätzigen in seine Arme, küsste ihn und beschenkte ihn. Von nun an konnte Franz ein Leben in der Liebe führen; denn er kannte die Quelle der Liebe und er erfuhr von nun an, dass diese sprudelnde Liebe Gottes in ihm, ihn zu einem Leben in Liebe befähigt

Fragen zur Besinnung:

1. Was ist die treibende Kraft in meinem Leben?
2. Was bedeutet es für mein Leben und meinen Dienst, wenn die Liebe Gottes in mein Herz (sprudelt) ausgegossen ist?
3. Wo lebe ich in eigener Kraft, statt aus der Liebesfülle Gottes?