PSALM 42, 1 - 12 - VERLANGEN NACH GOTT
PSALM 42, 2
WIE EIN HIRSCH - AS THE DEER
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PSALM 42, 1 - 12
Verlangen nach Gott aus fremdem Land 42 1 Eine Unterweisung der a Söhne Korach, vorzusingen. a) 1.Chr 6,16.22; 2.Chr 20,19 2 Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. 3 a Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue? a) Ps 63,2; 84,3; 143,6 4 Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: a Wo ist nun dein Gott? a) Ps 79,10 5 Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst: a wie ich einherzog in großer Schar, mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken in der Schar derer, die da feiern. a) Ps 27,4 6 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. a a) Ps 116,7 7 Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, / darum gedenke ich an dich aus dem Land am Jordan und Hermon, vom Berge Misar. 8 Deine Fluten rauschen daher, / und eine Tiefe ruft die andere; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich. 9 Am Tage sendet der HERR seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens. 10 Ich sage zu Gott, meinem a Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget? a) 5.Mose 32,4 11 Es ist wie Mord in meinen Gebeinen, / wenn mich meine Feinde schmähen und täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott? 12 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
PSALM 42: SCHREIEN NACH GOTT
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DER SCHREI NACH GOTT
LICHT IN DER DUNKELHEIT
Sehnsucht nach Gott
Er habe Sehnsucht nach seiner Heimat, erzählte mir ein Mann in gebrochenem Deutsch. Er habe Sehnsucht nach den Bergen und Wäldern. Er habe Sehnsucht nach dem Brot, das seine Mutter backt. Der Mann hatte Tränen in den Augen. Ich wusste, dass nichts seine Sehnsucht stillen könnte, außer nach Hause zu fahren.
Sie habe Sehnsucht nach ihrem verstorbenen Kind, sagte eine Frau. Sie habe Sehnsucht nach seinen Augen, dem Geruch seiner Hände, seinem Lächeln. Die Frau weinte. Ich wusste, dass nichts ihre Sehnsucht stillen könnte, außer ihr Kind am Leben zu wissen.In solcher Sehnsucht ist der Mensch hilflos. Er erlebt Mangel, der ihn nicht zur Ruhe kommen lässt, sehnt sich nach Einheit, nach Einssein. Sein Lebensgefühl reduziert sich auf eine Klage.
In dem Gedicht "Hälfte des Lebens" von Friedrich Hölderlin lautet die zweite Strophe:
"Weh mir, wo nehm ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen."
Hölderlins Sprache ist vorsichtig und tastend, als scheue sie sich, diesen erstarrten Lebenszustand ins Wort zu bringen. Sie spricht von einem Einzelmenschen, dem der Kontakt zur Natur und zu anderen Menschen fehlt. In diesem Zustand ist der Mensch zutiefst bedürftig. Es bleibt ihm nur die Klage: "Weh mir." Sie umfasst seine tiefe Sehnsucht nach Heimat, nach Menschen, nach Vitalität und Hoffnung und verhallt im leeren Raum, da sie sich nicht an ein Gegenüber richtet. Von solch existentiellem Lebensgefühl sind viele Texte des Alten und Neuen Testaments durchzogen. Frauen und Männer trauern in körperlicher und seelischer Not, materiellen Sorgen, politischem Verfolgtsein, in Sinnleere und unerfüllter Liebe. Im Unterschied zum orientierungslosen Klagen ohne Gegenüber bringen all diese Menschen ihre Nöte vor den lebendigen Gott. Von dort erhoffen sie Fülle, Halt und Hilfe, richten die gewaltige Macht ihrer Sehnsucht auf ihn. Davon spricht auch der Verfasser des 42. Psalms.
Er schreibt:
"Wie der Hirsch schreit nach dem Wasser,
so schreit, o Gott, meine Seele nach dir." Dieser Hirsch schreit in Todesnot. Sein Schreien ist instinktiv und elementar, da er ohne Wasser sein Leben verliert. Damit wird dieses Tier zum Bild eines Menschen, der nach dem lebendigen Gott dürstet. Diese Sehnsucht lässt ihm keine Ruhe. Er ahnt, dass er ohne Gott den tiefsten Sinn und die Fülle seines Lebens verwirkt. Längst durchschaut er, dass seine alltäglichen Süchte seine Sehnsucht nach Gott nur überlagern. Seit er dies weiß, lebt er in anderer, ungewohnter Unruhe. Sie stört ihn auf, treibt ihn mit völlig neuen Fragen umher, lässt ihn den Novemberhimmel, das fahle Morgenlicht der Sonne staunend betrachten, der Musik von Bach ahnungsvoller lauschen, den Fremden als Nächsten wahrnehmen. Seine Sehnsucht auf Gott hin macht ihn einsam, denn sie steht zeitgemäßen Trends nach Events und Gruppenerlebnissen völlig entgegen. Sie verweist ihn auf sich selbst. Der Mensch, der nach Gott dürstet, spürt, dass es um seinen ureigenen Durst geht, der mit plakativen Durstlöschern nicht zu stillen ist.
Worauf aber richtet sich seine Sehnsucht? Sie richtet sich auf eine Heimat, aus der er nicht vertrieben werden kann. Auf eine Liebe, die ihn persönlich meint, die er nie verliert und die alle Lieben seines Lebens integriert.
Solch eine umfassende, ortende Liebe bietet Gott uns an. Und das nicht "von oben herab", sondern in Einfachheit, voll Mitgefühl und Ernsthaftigkeit. Vielleicht genügt es, im Leben unsere Sehnsucht nach Gott aufzuspüren und sich entfalten zu lassen, gegen Zeittrend und Zweifel.
Vielleicht gelingt es, die Sehnsucht Gottes nach uns zu ahnen in Texten der Bibel, in menschlichen Begegnungen, im Ergriffensein von der Schöpfung, von Musik, von Stille. Vielleicht schon heute.
WIE GOTT DEN DURST STILLT
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HIOB 12, 22:
JESAJA 30,15:
JOHANNES 16,20:
JOHANNES 15, 1 - 2:
PSALM 18,29:


























































