Eine kleine Gruppe junger Leute diskutierte vor einem der schönsten Tempel Bangkoks über die Unterschiede zwischen den großen Weltreligionen. Einer zog schließlich das Fazit, und niemand widersprach ihm. Der junge Mann erzählte eine Parabel:
Ein Mann stürzte in eine tiefe Grube; er war verloren, weil er sich selbst nicht mehr befreien konnte. Schließlich kam ein Mann vorüber, der ihm Vorhaltungen machte: "Das hast du nun davon! Warum hast du nicht aufgepasst? Du siehst also, alle Schuld rächt sich." Kopfschüttelnd ging der Fremde weiter. Es war Konfuzius.
Ein zweiter erschien nach geraumer Weile, fand schöne, lehrreiche Worte über den Sinn des Lebens und des Leidens, und das Eingehen in das Nirwana, lächelte dem Verunglückten noch einmal zu und schritt vorüber. Das war Buddha.
Mit stürmischen Schritten näherte sich Mohammed, beugte sich über den Rand und schaute in die Grube. "Mann, mache keinen solchen Lärm. Gewiss, du bist in einer elenden Lage. Hast du Angst? Du brauchst dich nicht zu fürchten. Siehe, es ist der Wille Allahs, dass du da hineingefallen bist. Bedenke das! Wer kann sich seinem Willen widersetzen? Sprich das Bekenntnis aus: "Allah ist groß und Mohammed ist sein Prophet." Murmele dieses Bekenntnis, bis dein Mund sich für ewig schließt - und gehe dann unter. Du wirst hernach das Paradies doppelt genießen." Und Mohammed ging weg.
Sofort danach kamen zwei Zeugen Jehovas vorbei. Der Geschultere sagte: "Guten Tag! Die Zentrale in Brooklyn/New York schickt uns, ihnen die Königreichsbotschaft Jehovas zu bringen. Gut für Sie wäre ein regelmäßiges Studium des `Wachturm´! Und kaufen Sie unser Buch über das Paradies! Wenn Sie Mitglied in unserer Organisation werden, dann können sie gerettet werden!"
Wenig später erschien ein atheistischer Psychologe: "Dieses angebliche Loch ist ein Produkt Ihrer Phantasie oder zu strenger Erziehung. Auf jeden Fall bilden Sie es sich nur ein! Guter Mann, die ganze Welt steht Ihnen offen. Entfalten Sie sich! Denken Sie positiv und dieses böse Loch Ihrer Neurose löst sich bald in Wohlgefallen auf." - Wieder keine Hilfe.
Daraufhin kam eine Esoterikerin. Sie sprach: "Weißt Du was? Ich hole Dir meine Glaspyramide! Wenn die erst mal über diesem Loch steht, dann wirken kosmische Energien auf Dich ein. Eventuell werden sogar Außerirdische auf Dich aufmerksam und nehmen Dich mit auf Ihren Stern und schon bist Du raus hier. Ich bin das Medium von Mr.Spock. Soll ich Kontakt mit ihm aufnehmen?"
Wollten sie alle nicht helfen... oder konnten sie es vielleicht gar nicht
Während der Verunglückte noch über diese Frage nachdachte, erschien ein Mann sah ihn und beschloss spontan: "Ich rette dich!" Er sprang in die Grube und hieß ihn, seine Schultern zu besteigen. Nun war es ein Leichtes, die Grube zu verlassen. Überglücklich reckte sich der Mann: Gerettet! Der Fremde aber blieb in der Grube und kam darin um. Das war Jesus Christus. In dieser Parabel ist das enthalten, was er für uns getan hat.
Warum nicht durch ein einziges Wort?
Jesus Christus steht im Mittelpunkt der gesamten Heiligen Schrift. Alle großen Prophezeiungen zielen auf ihn. Er ist Anfang und Ende der Geschichte. Die Bibel weist Ihn als Schöpfer, Erhalter, Gesetzgeber, Prophet, Erlöser, Hoherpriester und König aus.
Manchmal fragen Leute: Warum hat Gott nicht mit einem einzigen Wort die Menschen von ihrer Untugend und Fehlerhaftigkeit befreit, wenn er sie schon nicht vor dem Sturz bewahrte? Die Bibel zeigt uns, dass Gott den Menschen mit einem freien Willen erschuf und die freie Willensentscheidung respektiert. Er will keinen erzwungenen Gehorsam. Er hat dem Menschen die beiden Wege zum Guten und Bösen vorgelegt. Wer für die Ewigkeit verloren geht, hat es also ausschließlich sich selbst zuzuschreiben, seiner eigenen (Fehl-) Entscheidung.
Warum Gott gerade diesen Weg mit uns geht, bleibt sein Geheimnis (1. Timotheus 3, Vers 16). Der Apostel Petrus schrieb dazu, selbst die Engel möchten diesen Weg Gottes gerne ergründen - ohne es fertig zu bringen (l. Petrus 1, Vers 12). Jesus Christus selbst berührte diesen Punkt, als er seinen Nachfolgern zu verstehen gab, dass sie während ihres Erdenlebens noch viele Fragen haben würden, später kläre sich alles.
Keine Debatte zur Geschäftsordnung
Uns bleibt genug, an das wir uns halten können: Wir gleichen Ertrinkenden, die in stürmischer See verloren wären, würfe ihnen nicht jemand einen Rettungsring zu. Wie töricht, wenn der Ertrinkende zuerst begänne, sozusagen "zur Geschäftsordnung" lange Diskussionen mit einem Leidensgefährten öder mit sich selbst über die Herkunft des Materials zu führen, aus dem der Rettungsring hergestellt worden sei. Der Vergleich ist vielleicht schwach, aber in einem Punkt trifft er ins Schwarze: So handelt kaum ein Mensch in Todesgefahr auf stürmischer See. Aber so handeln viele im übertragenen Sinne an Christus, der von sich sagt - und die gesamte Bibel bezeugt es: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. (Johannes 14, Vers 6.)
Die Parabel zu Beginn kann uns andeuten, dass Jesus die Geborgenheit, den Glanz seiner Herrlichkeit im Himmel an der Seite Gott-Vaters aufs Spiel setzte, um die gefallene Menschheit mit Gott zu versöhnen. In seinem Erdenleben verherrlichte der Sohn die unergründliche Liebe des Vaters, der ihn diesen Weg gehen ließ. In dieser göttlichen Liebe erduldete er die bereits von dem Propheten Jesaja und vom Psalmschreiber David vorausgesagten Leiden am Kreuz, ohne sich gegen seine unmenschlichen Peiniger zu wehren. Er bat sogar noch um Vergebung für seine Henker.
Ihr einziger Vorwurf
Eine solche Liebe übersteigt unser Begriffsvermögen. Hunderttausende Christen aller Zeitalter sind diesem göttlichen Beispiel gefolgt. Sie sind der stärkste Beweis für die umwandelnde Kraft des Evangeliums, der frohen Botschaft.
Der einzige und schier unfassbare Vorwurf, den die Pharisäer dem Gekreuzigten auf Golgatha zu machen versuchten, lautet: Anderen hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. (Matthäus 27, Vers 42.) Dass er in seinem ganzen Erdenleben nie an sich und stets an andere gedacht hatte, veranlasste seine verblendeten Gegner zu diesem hasserfüllten und von Schadenfreude triefenden Ausspruch.
Golgatha
Warum aber half Jesus sich nicht? Weil sein ganzes Erlösungswerk damit gescheitert wäre, weil auf Golgatha - so unbegreiflich es uns auch erscheinen mag - nicht Satans, sondern Gottes Wille geschah. Luther hat den Ausspruch Jesu an Nikodemus so unvergleichlich treffend übersetzt: Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3, Vers 16.)
Das tat Gott um unsertwillen, und deshalb musste Jesus Petrus rügen: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Oder meinst du, dass ich nicht könnte meinen Vater bitten, dass er mir zuschickte alsbald mehr als zwölf Legionen Engel? Wie würde aber dann die Schrift erfüllt, dass es muss also geschehen? (Matthäus 26, Verse 52-54.) Wo Menschen dreinschlagen, handelt Gott anders.
Jesus - der Mann aus Galiläa, Gottes und Marias Sohn! Seine Geschichte ist die außergewöhnlichste, die je berichtet wurde. Er nahm sich liebevoll aller Menschen an, die ihm begegneten, der Armen, Kranken, Ausgestoßenen, der Kinder, der Jugend, der Alten. Er lehrte uns, Gott "Vater" zu nennen, dessen Name von den Menschen verdunkelt worden war, weil sie ihn als einen Tyrannen dargestellt hatten.
Jesus brachte Gott uns Menschen nahe und lehrte die große Güte, Freundlichkeit und Barmherzigkeit des Vaters zu verstehen. Er führte sie aus dem Königreich des "ich" in das Königreich der unendlichen Liebe Gottes.
Die persönlichen Fürwörter beginnen bei uns mit "ich" dann folgen "du" und "er". Jesu Grammatik aber ist anders. Sie beginnt mit "er", führt zum "du", und am Ende steht das "ich".
Nie stieg irgend jemand aus so unermesslicher Höhe so tief hinab: vom Höchsten zum Tiefsten, vom Thron der Herrlichkeit bis zur Exekutionsstätte für Verbrecher, von der Fülle der Macht bis zur absoluten Unterwerfung und Demütigung, vom Lobgesang himmlischer Chöre bis zu den unflätigsten Verwünschungen und Flüchen gotteslästerlicher Menschen, von der Seite Gottes an die Seite des schuldbeladenen, abgefallenen Sünders, den er dazu noch seinen Bruder nennt.
Doch wer lässt sich wirklich durch Jesus aus dieser Welt erretten? Nach Jesu eigenen Worten sind es nur wenige. Gehören Sie und ich dazu?
Auf dem Wege nach Haus
Als vor einigen Jahrzehnten der letzte Heimkehrertransport aus der Sowjetunion mit ehemaligen deutschen und österreichischen Kriegsgefangenen auf dem Wiener Hauptbahnhof einfuhr, schritt eine fast 90jährige Frau von einem Wagen zum anderen. "Ist noch jemand da vom ersten Weltkrieg?" rief sie immer wieder. Im ersten Weltkrieg war ihr Sohn in Russland vermisst worden. Nie hatte sie die Hoffnung aufgegeben, er käme zurück. Sie wartete, bis sie starb.
Dieses Bild menschlicher Mutterliebe ist nur ein schwacher Abglanz der Liebe Gottes für uns. In seinem Sohn Jesus Christus haben wir alles, was uns nötig ist, um das verlorene Paradies recht bald wiedergeschenkt zu bekommen. Sein Versprechen Ich komme bald (Offenbarung 22, Vers 20) ist eine der schönsten Verheißungen in der Heiligen Schrift. Gott helfe uns, das zu erfassen.












